Der
Eichberg hatte im frühen Mittelalter schon eine Bedeutung
Der Eichberg bei Seengen war im Mittelalter ein sogenannter Steckhof, d.h. ein Sonderhof,
der wirtschaftlich von der Gemeinde getrennt war und damit auch seine Dreifelderwirtschaft
hatte. Der Hof Eichberg hatte keine Weiderechte im Twing Seengen. Ende des 14. Jh.
verfügten die Herren von Büttikon über das Gut Eichberg. Bald darauf kam es in den
Besitz der Schlossherren von Hallwil, die das alte Bauernhaus zu ihrem Jagdhaus machten.
Zu späterer Zeit verpachteten sie jedoch den Hof an verschiedene Lehmänner (Pächter).
Der Lehmann verpflichtete sich bei Antritt des Lehens, die Äcker und Wiesen zu säubern
und auf dem Eichberg zu wohnen. Seit dem 15. Jahrhundert waren einige Familien für die
Geschicke des Eichbergs verantwortlich. So waren dies von 1464 bis 1539 drei Generationen
der Familie Schilling von Seengen, auf welche die Familie Siegrist folgte. Es gab auch
Lehenbauern, die aus den Gemeinden Fahrwangen und Egliswil stammten. Auch die Besitzer
wechselten zu dieser Zeit öfters, so war der Eichberg im 18. Jahrhundert kurze Zeit im
Besitz des Junkers Johann Payer von Schaffhausen, auf den der waadtländische Junker von
Gaumens folgte, der eine von Hallwyl zur Frau hatte. Durch ihn ging der Hof im Jahr 1760
im Tausch gegen den sich ebenfalls in Seengen befindenden Brestenberg an Junker Ludwig von
Breitenlandenberg über. Aus dessen Zeit stammt vermutlich der im ehemaligen Rittersaal
der Ritter von Hallwyl und jetziger Bauernstube stehende wertvolle Kachelofen, worauf
geschichtliche Ereignisse kunstvoll festgehalten sind. Für einige Zeit war der Eichberg
darauffolgend im Besitz der Familie Hegnauer von Seengen und über die Erben Nussberger
ging er an die Gattin von Oberst und Bezirksammann Marti von Othmarsingen (Vater der
bekannten Dichterin Sophie Hämmerli-Marti). Er hatte die Hänge des Eichbergs mit Reben
bepflanzt und liess sie, nebst anderen Arbeiten auf dem Hof, durch Häftlinge der
Strafanstalt Lenzburg pflegen. Darauf folgten noch einige Besitzerwechsel, bis im 19. Jh.
Eingreifende Neu- und Umbauten vorgenommen und das bald weithin renommierte Kurhaus mit
Badekuren gegründet wurde. Im Jahr 1934 wurde vom damaligen Kantonsarchäologen, Dr.
Bosch, auf dem jetzt noch stehenden alten Bauernhaus das Jahr 1548 als Baujahr entdeckt,
was auf die Ritter von Hallwyl als Erbauer zurückzuführen ist.
Der Steckhof Eichberg war in früherer Zeit auch Stammsitz des
Herrenbauerngeschlechtes von Eichiberg, welche im 13. Jh. Auf Veranlassung des
Grafen von Habsburg ins neu erbaute Städtchen Bremgarten zogen und sich fortan nach ihrem
Ursprungsort von Eichiberg nannten. Nachweislich stammt der heute im See- und
Wynental weit verbreitete Familienname Eichenberger von ihnen ab.